Als Model arbeiten: Gehälter, Aussichten und Herausforderungen (2024)

Das Modeln zählt zu den Glamour-Berufen, die bei jungen Menschen besonders beliebt sind – ähnlich wie eine Karriere als Schauspielerin, im Profisport oder als Musiker. Fernsehformate wie „Germany’s Next Topmodel“ tragen dazu bei, dass vor allem junge Menschen von einer Karriere im Rampenlicht träumen. Auch in finanzieller Hinsicht herrscht oft ein positives Bild vom Model-Beruf. Doch wie in vielen anderen Berufen klaffen auch hier große Einkommensunterschiede – und neben dem Glamour hat die Arbeit auch viele Schattenseiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Modeln ist ein Beruf, bei dem man seinen Körper oder sein Gesicht für kommerzielle oder künstlerische Zwecke einsetzt, oft in Bereichen wie Mode, Werbung oder Kunst.
  • Der Beruf erfordert oft bestimmte körperliche Merkmale, aber auch Fähigkeiten wie Schauspielerei, Tanz oder Gesang können vorteilhaft sein.
  • Supermodels wie Kendall Jenner verdienen Millionenbeträge. Normale Model-Jobs variieren stark im Verdienst, abhängig von Buchungshäufigkeit, Branche und Agenturverträgen.
  • Eine Zusammenarbeit mit einer Modelagentur ist oft notwendig, um erfolgreich in der Branche zu arbeiten.

Model als Beruf – mehr als nur Mode

Wenn du an ein Model denkst, kommen dir wahrscheinlich zuerst Modenschauen und Fotoshootings in den Sinn, bei denen die Models, die auch als Mannequins bezeichnet werden, die Aufmerksamkeit von Publikum und Fotograf*innen auf sich ziehen. Doch das sind nur zwei von vielen möglichen Einsatzbereichen. Grundsätzlich kann jeder Mensch als Model bezeichnet werden, wenn er seinen Körper oder sein Gesicht zu kommerziellen oder künstlerischen Zwecken in Szene setzt. Weitere Fähigkeiten wie Schauspielerei, Tanz oder Gesang können auch Teil des Berufs eines Models sein, sind jedoch nicht immer erforderlich. Meist geht es beim Einsatz von Models darum, Waren zu präsentieren und somit deren Verkauf zu steigern.

Es lassen sich grob folgende Arten von Models unterscheiden, wobei dieselbe Person durchaus in verschiedenen Bereichen arbeiten kann:

  • Laufsteg-Model (auch Catwalk-Model oder Runway-Model): Früher wurde der Begriff Mannequin ausschließlich für sie verwendet. An Models für Modenschauen werden besondere Anforderungen wie eine Mindestkörpergröße gestellt, um standardisierte Konfektionsgrößen optimal präsentieren zu können. In den vergangenen Jahren hat sich die Branche hier jedoch auch zunehmend flexibel gezeigt.
  • Editorial Model: Fashion-Models, auch bekannt als Editorial Models, sind die prominenten Gesichter in weltweit bekannten Modezeitschriften wie „Vogue“ oder „Elle“. Sie arbeiten mit renommierten Modehäusern wie Giorgio Armani, Valentino, Prada, Gucci und anderen zusammen.
  • Promotion-Model: Bei Messen und anderen werblichen Veranstaltungen werden Models eingesetzt, um beispielsweise Produkte zu bewerben, ohne sie direkt vorzuführen.
  • Künstlermodel: Auch für Kunstwerke werden Models benötigt. Die Anforderungen, die Arbeitsweise und die Bezahlung unterscheiden sich hier erheblich von denen für kommerziell tätige Kolleg*innen.
  • Fitness-Model: Diese Models haben eine besonders definierte und athletische Physis und werden oft für Fitnessmagazine, Sportbekleidungswerbung und ähnliche Projekte gebucht.
  • Plus-Size-Model: Plus-Size-Models repräsentieren eine Vielfalt an Körperformen und -größen und werden für Modeaufnahmen und Werbekampagnen eingesetzt, die sich an Menschen mit größeren Größen und ein diverseres Publikum richten.
  • Unterwassermodel: Diese Models spezialisieren sich darauf, unter Wasser zu posieren, sei es in Ozeanen, Seen oder Schwimmbädern. Sie müssen nicht nur gute Schwimmer sein, sondern auch die Fähigkeit haben, unter Wasser entspannt zu wirken und ihre Posen unter Wasser zu halten. Oft posen sie auch als z. B. Meerjungfrauen.
  • Commercial Model: Kommerzielle Models können jedes Geschlecht, jedes Alter oder jede Größe haben und decken ein breites Spektrum ab, das nicht unbedingt mit High-End-Mode verbunden ist. Dazu gehören Produktanzeigen, Stock-Fotografie, Katalogbilder, Reisebilder usw.
  • Petite Model: Petite-Models sind in der Regel kleiner als 170 cm und arbeiten oft im Bereich Dessous und Badebekleidung, wo ihre zierliche Statur besonders gefragt ist.
  • Lingerie Model: Diese Models posieren für Badebekleidung, Unterwäsche, Nachtwäsche und andere ähnliche Produkte und sind oft kurviger als Editorial Models.
  • Glamour Model: Glamour Models posieren für verführerische und erotische Fotoshootings, die oft in Zeitschriften wie „Playboy“, „Penthouse“ oder „Matador“ zu finden sind.
  • Body Part Model: Diese Models spezialisieren sich auf das Präsentieren bestimmter Körperteile wie Hände, Füße, Zähne usw. und werden für Produktwerbung eingesetzt, die diese Teile in den Mittelpunkt stellt.
  • Best Ager: Best Ager oder Senior Models sind über 30 Jahre alt und werden immer gefragter, insbesondere aufgrund des wachsenden Marktes und der steigenden Nachfrage im Zusammenhang mit den Babyboomer-Jahren.
  • Bodypainting Model: Bodypainting-Models werden mit spezieller Farbe bemalt, um Kunstwerke auf ihren Körpern zu erschaffen. Sie können für Fotoshootings, Events oder Kunstausstellungen gebucht werden und müssen Geduld haben, da das Auftragen und Entfernen der Farbe oft viel Zeit in Anspruch nimmt.
  • Cosplay Model: Fantasy oder Cosplay Models verkörpern Charaktere aus Büchern, Filmen, Comics oder Videospielen. Sie tragen aufwändige Kostüme und Make-up, um die Fantasiewelt zum Leben zu erwecken, und treten oft auf Conventions oder Messen auf.

Im weiteren Verlauf des Artikels soll es jedoch in erster Linie um die kommerziell tätigen Laufsteg- und Fotomodels gehen.

Als Model arbeiten: Gehälter, Aussichten und Herausforderungen (1)

Was den Beruf ausmacht: Licht und Schatten im Modebusiness

Alle, die mit dem Gedanken spielen, Model zu werden, sollten sich bewusst sein: Der eigene Körper ist das Kapital, die Laufzeit der Karriere oft an die vergängliche Attraktivität gebunden und der Beruf erfordert viele Opfer. Zudem gibt es nur wenige Topverdiener, während die meisten verdienen durchschnittlich. Denn nicht jede*r kann ein Supermodel werden und der Weg dorthin ist alles andere als leicht. Die große Herausforderung besteht darin, den Mainstream anzusprechen und gleichzeitig individuell und unverwechselbar zu bleiben.

Es ist schwer zu sagen, wie glücklich Models tatsächlich in ihrem Berufsalltag sind. Denn nach außen hin müssen sie stets makellos erscheinen, selbst auf scheinbar privaten Instagram-Accounts, die mit Bildern einer perfekten Welt gefüllt sind. Natürlich sind Topmodels wahre Stars; Namen wie Gisele Bündchen, Gigi Hadid, Karlie Kloss, Kendall Jenner oder Miranda Kerr sind weltweit bekannt. Wer es so weit geschafft hat, reist um die Welt, trifft viele interessante Persönlichkeiten und arbeitet mit anderen Größen der Branche zusammen. Und natürlich ist die finanzielle Zukunft als Supermodel gesichert.

Die Kehrseite: Das Business ist knallhart, lange Arbeitszeiten und wenig Privatsphäre sind die Regel. Alles wird der Karriere untergeordnet – disziplinierte Ernährung und körperliche Fitness sind unerlässlich, um das eigene Markenimage um jeden Preis zu bewahren. Selbst als Durchschnittsmodel muss man sich bewusst sein, dass die Karriere abrupt enden kann, wenn das eigene Erscheinungsbild nicht mehr dem gewünschten Ideal entspricht. Daher ist es ratsam, für die Zeit nach der Karriere vorzusorgen oder sich ein zweites Standbein aufzubauen.

Was Supermodels verdienen

Immer wieder geraten Zahlen zu den Gagen von Topmodels an die Öffentlichkeit. Und so ist hinlänglich bekannt, was die absoluten Stars der Branche verdienen. Die „Vogue“ nennt in seiner Rangliste der bestbezahlten Models für 2022:

  • Kendall Jenner (Jahreseinkommen: ca. 40 Millionen US-Dollar)
  • Chrissy Teigen (Jahreseinkommen: ca. 35 Millionen US-Dollar)
  • Gisele Bündchen (Jahreseinkommen: ca. 35 Millionen US-Dollar)
  • Rosie Huntington-Whiteley (Jahreseinkommen: ca. 32 Millionen US-Dollar)
  • Adriana Lima (Jahreseinkommen: ca. 31 Millionen US-Dollar)
  • Cara Delevingne (Jahreseinkommen: ca. 31 Millionen US-Dollar)
  • Gigi Hadid (Jahreseinkommen: ca. 20 Millionen US-Dollar)
  • Bella Hadid (Jahreseinkommen: ca. 19 Millionen US-Dollar)
  • Joan Smalls (Jahreseinkommen: ca. 19 Millionen US-Dollar)
  • Liu Wen (Jahreseinkommen: ca. 18 Millionen US-Dollar)

Auffällig ist, dass alle Models in den Top 10 der bestverdienenden Schönheiten weiblich sind. Das Laufsteg- und Fotoshooting-Geschäft ist einer der seltenen Fälle, in denen Frauen deutlich besser bezahlt werden als Männer. Zum Vergleich: Sean O’Pry, der als bestbezahlter Mann der Branche gilt, muss sich mit „nur“ rund 1 Million Euro Gage im Jahr zufriedengeben.

Und wie sieht das Gehalt mit normalen Model-Jobs aus?

Die Gagen der Topverdienerinnen erwecken den Anschein, dass das Model-Geschäft äußerst lukrativ ist. Doch nur wenige erreichen diese Einkommensklassen. Vor diesem Erfolg steht jedoch die mühsame Suche nach einer geeigneten Agentur, die das Model aufnimmt und optimal vermarktet. Dafür müssen aufstrebende Talente zunächst erhebliche Summen in die Hand nehmen, um Referenzfotos für ihre Bewerbungsmappe, die sogenannte Sedcard, anzufertigen und Agenturen persönlich vorzustellen. Im Modegeschäft ist eine professionelle Vermittlung in den seltensten Fällen verzichtbar. Die Agenturen verlangen entsprechend für ihre Dienstleistungen.

Gagen als Model im kommerziellen Bereich

Das Gehalt eines Models variiert stark und hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Buchungshäufigkeit: Wie oft wird das Model gebucht?
  • Branche: In welchem Bereich des Modelgeschäfts arbeitet das Model?
  • Selbstständig oder Agenturvertrag: Hat das Model einen Agenturvertrag oder arbeitet es selbstständig?

Durchschnittlich verdient ein Model zwischen 45.000 und 55.000 Euro pro Jahr. Die Bezahlung erfolgt oft auf Stunden- oder Tagessatzbasis, wobei einige Jobs unbezahlt sein können. Nebenkosten wie Reisen und Agenturprovisionen können einen erheblichen Teil des Gehalts ausmachen. Es gibt auch Unterschiede im Gehalt je nach Geschlecht, wobei männliche Models im Allgemeinen weniger verdienen als weibliche. Die Wahl der Agentur ist entscheidend für eine faire Bezahlung und Karriereunterstützung. Soziale Medien wie Instagram können die Bekanntheit erhöhen und zusätzliche Jobs ermöglichen. Die Bezahlung variiert auch je nach Art des Jobs, wobei Laufsteg-Jobs oft weniger lukrativ sind als Werbekampagnen.

Bezahlmodelle beim Modeln:

  • Prozentuale Beteiligung: Besonders bei Stock-Fotos wird eine prozentuale Beteiligung vereinbart, die sich an den zukünftigen Verkaufserlösen orientiert, üblicherweise zwischen 10 und 50 %.
  • Pauschale: Ein festes Honorar wird für einen halben Tag oder pro Shooting vereinbart.
  • Stundenlohn: Wie in anderen Branchen üblich, wird auch im Model-Business ein Stundenlohn festgelegt und nach Arbeitsende ausgezahlt.
  • Buyouts: Der Auftraggeber erwirbt die Rechte an den entstandenen Fotos oder Videos für einen bestimmten Zeitraum, der vorab festgelegt wird.
  • Alternative Bezahlung: Zu Beginn der Karriere kann es sinnvoll sein, auch Jobs anzunehmen, die keine direkte finanzielle Entlohnung bieten, sondern zum Beispiel kostenlose Outfits, professionelle Bilder oder Erfahrung vor der Kamera versprechen.

FAQ Arbeiten als Model

Wie kann ich als Model arbeiten?

Um als Model zu arbeiten, gibt es verschiedene Wege. Eine Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit einer renommierten Modelagentur, die dich bei der Vermittlung von Jobs unterstützt. Alternativ kannst du dich auch als freiberufliches Model selbstständig machen und direkt mit Fotografinnen, Designern oder Kund*innen zusammenarbeiten.

Was muss man haben, um Model zu werden?

Grundsätzlich sollten Models eine gute Ausstrahlung, Selbstbewusstsein und Ausdauer mitbringen. Zudem sind eine bestimmte Körpergröße und gewisse Proportionen oft von Vorteil, insbesondere in der High-Fashion-Branche. Jedoch gibt es auch Nischen für unterschiedliche Körpertypen und Gesichtsmerkmale, wie z. B. Plus-Size-Modeling oder alternative Modestile.

Kann man mit 30 noch Model werden?

Es ist durchaus möglich, mit 30 Jahren oder sogar später noch als Model erfolgreich zu sein. Die Modebranche schätzt zunehmend Vielfalt und Reife, daher gibt es auch für ältere Models viele Möglichkeiten, in den Bereichen Werbung, Editorial oder Lifestyle tätig zu sein. Wichtig ist vor allem, dass du dich wohlfühlst und Selbstvertrauen ausstrahlst.

Wie bewerbe ich mich richtig als Model?

Um dich erfolgreich als Model zu bewerben, solltest du professionelle Fotos von dir machen lassen, die deine Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke zeigen. Diese kannst du dann zusammen mit deinen Kontaktdaten an Modelagenturen oder potenzielle Kund*innen senden. Zudem ist eine aussagekräftige Sedcard oder ein Portfolio hilfreich, um dein Potenzial als Model zu präsentieren. Sei dabei authentisch und präsentiere dich so, wie du bist.

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